Der Wechsel vom Controller zum Lenkrad verändert die Art und Weise, wie Sie mit einem Rennspiel interagieren. Seien Sie jedoch nicht überrascht, wenn Ihre ersten paar Spielrunden schwierig und chaotisch verlaufen.
Möglicherweise verfügen Sie über jahrelanges Muskelgedächtnis im Umgang mit einem Controller und sogar über jahrelange Fahrpraxis im realen Straßenverkehr. Beides bereitet Sie jedoch nicht unbedingt auf die Kombination beider Aspekte vor.
Ein Lenkrad und Pedale sorgen dafür, dass sich das Fahren sofort vertrauter anfühlt. Sie lenken mit beiden Händen, bedienen die Pedale mit den Füßen und spüren über das Lenkrad, wie das Fahrzeug reagiert. Dadurch können instinktiv die Fahrgewohnheiten aus dem realen Straßenverkehr zum Tragen kommen.
Das kann dazu führen, dass Sie anfangs langsamer sind. Mit einem Gamepad haben Sie möglicherweise Techniken entwickelt, die im Spiel äußerst gut funktionieren, ohne darüber nachzudenken, wie sehr diese dem realen Fahren ähneln. Sobald Sie ein Lenkrad in den Händen halten, beginnen Sie möglicherweise stattdessen so zu reagieren, wie Sie es in einem echten Auto tun würden, und Sie lernen, wie Sie vertraute körperliche Bewegungen mit dem spezifischen Verhalten der Simulation in Einklang bringen können.
Es kann auch etwas Übung erfordern, genau zu wissen, wo sich das Auto auf der Rennstrecke befindet.
Ihr echtes Auto umgibt Sie mit physischen Orientierungspunkten, peripherem Sehen, Bewegung und einem natürlichen Gefühl für Größenverhältnisse. Auf einem einzelnen Monitor sind viele dieser Hinweise eingeschränkt oder fehlen gänzlich. Anfangs kann es schwieriger sein, einzuschätzen, wo sich die Ecken des Autos befinden, wie nah Sie einem anderen Fahrer sind oder ob Sie am Scheitelpunkt genügend Platz gelassen haben.
Dreifach-Bildschirm-Konfigurationen und VR können einen wesentlich größeren Teil dieses peripheren Sehvermögens und des Raumgefühls wiederherstellen, doch nur wenige Menschen haben zu Beginn ihrer Sim-Racing-Karriere Zugang zu einer dieser Technologien. Auf einem herkömmlichen Bildschirm erlernt man das räumliche Vorstellungsvermögen nach und nach, insbesondere sobald man sich auf eine feste Sitzposition und Kameraperspektive festgelegt hat. Schon bald wird das Einschätzen der Position und der Abmessungen des virtuellen Fahrzeugs zu einer instinktiven Fähigkeit.
Force-Feedback bietet eine weitere Informationsquelle. Sie spüren, wie sich der Lenkaufwand in einer Kurve verändert, wie sich das Überfahren von Bordsteinkanten auswirkt und wie sich die Balance des Fahrzeugs bei wechselnder Bodenhaftung verschiebt.
Entspannen Sie Ihre Hände und lassen Sie das Lenkrad sich natürlich bewegen. Leichte Momente des Griffverlusts können durch Force-Feedback „automatisch korrigiert“ werden, jedoch nur bis zu einem gewissen Grad. Das Auto fährt nicht von selbst, und Sie müssen weiterhin die Kontrolle behalten. Es ist ein feines Gleichgewicht zwischen dem Wissen, wann man das Force-Feedback die Arbeit übernehmen lassen sollte und wann man dagegen ankämpfen muss – und das erlangt man nur durch Erfahrung.
Auch die Pedale müssen eingestellt werden. Anstatt sofort zu versuchen, so spät wie möglich zu bremsen, wählen Sie einen Bremspunkt und konzentrieren Sie sich darauf, dieselbe Bewegung immer wieder auszuführen. Sanftes Lenken und saubere Runden sind ebenfalls nützliche erste Ziele.
Und machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihre Spielzeiten mit dem Controller eine Zeit lang schneller bleiben. Möglicherweise vergleichen Sie hier Tausende von Stunden gesammelter Erfahrung mit einer völlig neuen Steuerung.
In Ihrer ersten Stunde geht es darum, eine wesentlich vielfältigere Art des Umgangs mit dem Auto zu erlernen. Wenn Sie zu sehr auf Geschwindigkeit drängen, landen Sie nur zu oft in den Leitplanken, was zu Frustration führt, und Sie lernen langsamer, weil Sie Ihren Rhythmus verlieren. Nehmen Sie sich Zeit, es ist kein Rennen … bis Sie bereit sind.
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